PUA = Pickup Artist

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Was ist ein PUA, ein Pickup Artist?

Der Begriff wurde ursprünglich durch das Buch „The Game“ (deutsch: „Die Perfekte Masche“) von Neil Strauss geprägt, in dem der Author seine Erfahrungen in der sogenannten „Seduction Community“ oder „Pickup Community“ beschreibt. Neil Strauss beschreibt seinen Werdegang von einem unattraktiven Loser zu einem polygamen Player.

Doch halt! Verstehe ich das hier richtig?

Reden wir hier von Männern, die es nicht auf normale Weise schaffen, eine Frau zu bekommen? Ja!

Der Komplettheit halber: Worum es in „The Game“ geht:

Neil Strauss ist ein Journalist und typischer Otto Normalverbraucher, der eines Tages von seinem Redakteur den Auftrag erhält, über die damals in den USA wachsende Subkultur der Aufreißer („pick up artists“) zu recherchieren. Der seit seiner Jugend von Frauen eher frustrierte Strauss ist fasziniert und taucht unter dem Pseudonym „Style“ tief in die Szene ein, um professionelle Dating Coaches wie Ross Jeffries, David DeAngelo und Erik Von Markovik („Mystery“) kennenzulernen, der sein Mentor und Freund wird. Bald hat „Style“ seine Lehrer übertroffen und wird trotz seines unscheinbaren Aussehens der größte „pick up artist“ der Szene.
(wikipedia)

Folglich ist ein Pickup Artist jemand, der die von „Style“ und insbesondere „Mystery“ propagierten Methoden benutzt, um Frauen rumzukriegen. Siehe MysteryMethod.

Was macht ein Pickup Artist konkret?

Er befolgt die vorgegebenen Taktiken während er in der Nähe von Frauen ist.
Das zugrundeliegende Modell basiert auf Wert („value“). Jede Person hat einen gewissen Wert, wobei eine attraktive Frau mehr Wert hat als eine unattraktive Frau. Brad Pitt hat mehr Wert als ein Ottonormalverbraucher. Ein Mann, der alleine im Club ist, hat weniger Wert als jemand, der mit 10 Freunden da ist. Wenn diese 10 Freunde auch noch attraktive Frauen sind, hat er noch mehr Wert.

Welche Taktiken sind das?

Was folgt daraus? Der Mann muss seinen Wert steigern.

  • Er denkt sich Geschichten aus, in denen er einen besonders männlichen, selbstbewussten und dominanten Eindruck macht („DHV-Stories“). Beispielsweise von seiner letzten Weltreise. Oder wie er neulich ein Kind auf der Straße vor einem zu schnellen Auto gerettet hat („Protector Of Loved Ones“). Oder wie er letztens bei seiner besten Freundin, einem Victorias Secret – Model, zu Abend gegessen hat.
    Diese Beispiele sind ein wenig übertrieben. Aber die grundlegende Idee wird klar.
  • Er versucht durch weitere nonverbale Zeichen, seinen Wert zu steigern („DHV“). Er kennt im Club die Türsteher und den DJ und sagt ihnen Hallo. Seine Handy klingelt ständig oder er tut ständig so, als würde er mysteriösen Personen ständig SMS schreiben.

Doch was folgt auch daraus? Der Mann muss natürlich verhindern, dass sein Wert gesenkt wird!

  • Er vermeidet Geschichten, die seinen Wert senken. Wie er neulich neben das Klo gekackt hat. Oder dass er heimlich auf Schwulenpornos masturbiert.
    Auch das ist etwas übertrieben. Doch auch hier wird hoffentlich die Idee klar.
  • Wenn er den Eindruck hat, dass die Frau Spielchen mit ihm spielt und er sich untergeordnet fühlt, muss er das verhindern. Er ist nicht mehr der dominante Alpha, sondern der untergeordnete Beta (Angst vor „Betaisierung“).
  • Wenn andere Männer seine Position als Alpha gefährden, darf das nicht passieren und er muss sie verteidigen. Dazu nutzt er „AMOG-Taktiken“ (AMOG = Alpha Male Of Group).

Und es gibt noch mehr. Der Mann muss den Wert der Frau senken, wenn dieser über seinem eigenen ist:

  • Er benutzt negative Komplimente („Negs“), um ihr Selbstbewusstsein zu senken und sie unsicher zu machen:
    „Sind die Fingernägel echt?“
    „Deine Nasenflügel wackeln wenn du redest! Süß!“

Was gibt es noch?

Weiterführendes über die MysteryMethod gibts im gleichnamigen Artikel.

Die Kehrseite oder: Warum Pickup Artists meistens Freaks sind

Doch nun fragt man sich, was für Menschen machen das?
Es lässt sich auf jeden Fall feststellen, dass es eher gebildete Männer sind, die in ihrem Leben traumatische Ereignisse mit Frauen hatten und durch gewisse Zufälle auf die Pickup-Community gestoßen sind.

Doch viel wichtiger sind es Männer, die auf diese Idee, man könne jede Frau haben, solange man nur ein logisches Modell befolgt, anspringen.

Das heißt:

  • Sehr logisch denkende Männer, die „Frauen nie verstanden haben“.
  • Männer, die Kontrolle über Frauen haben möchten.

Wozu führt das?

Diese Männer analysieren im Hinterkopf immer, wie ihr Wert gerade ist. Das führt dazu, dass sie in schlimmen Fällen selbst gegenüber Freunden verklemmt und mechanisch wirken.
Selbstunsicherheit ist unter anderem durch die ständige gedankliche Reflexion von eigenen Taten definiert, und genau das macht ein Pickup Artist. Wie paradox.

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